Glaube und Gemeinschaft

Emmauswanderung auf den Lusen

Freyung KJB am 08.04.2026

„Da berühren sich Himmel und Erde“

 

Noch lag die Dunkelheit über dem Bayerischen Wald, als sich am Ostermontag um 6 Uhr früh zahlreiche Gläubige auf den Weg machten – hinaus in die Stille, hinein in die Tradition der Emmauswanderung. Der Leitgedanke „Da berühren sich Himmel und Erde“ begleitete sie vom ersten Schritt an. Unter der Führung von Jugendseelsorger Johannes Geier, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Waldführer Richard Buchner begann eine spirituelle Reise, die nicht nur über den teils vereisten Weg zum Lusen führte, sondern auch mitten hinein in die eigene Lebens- und Glaubensgeschichte.

Ein Weg, der Herz und Gemeinschaft wärmte

Schon an der ers­ten Sta­ti­on wur­de spür­bar, wie sehr die­se Wan­de­rung Men­schen ver­bin­det. Dia­ko­nin Gabi Neu­mann-Bei­ler erin­ner­te dar­an, dass die Jün­ger auf dem Weg nach Emma­us nicht allein waren – ein Frem­der ging mit ihnen, hör­te zu, trug mit. Nicht allei­ne auf dem Weg zu sein, das erleb­te man dann auch auf der kom­men­den Wan­de­rung, gestärkt durch Gebe­te und Segensworte. 

An der zwei­ten Sta­ti­on spür­ten die Wan­dern­den in einer Medi­ta­ti­on mit Johan­nes Gei­er der Fra­ge nach, wie Ver­ste­hen ent­steht und wie Wor­te Türen öff­nen. Das Lied ​„Da berüh­ren sich Him­mel und Erde“ erfüll­te den Wald und ließ die Grup­pe noch enger zusammenrücken.

An der Quel­le wur­de die Sze­ne des Brot­bre­chens leben­dig. Ein Stück Brot wur­de geteilt, betrach­tet – und mit einem per­sön­li­chen Dank­wort ver­bun­den. In die­sem ein­fa­chen Ritu­al lag eine tie­fe Kraft: Gemein­schaft ent­steht dort, wo Men­schen tei­len – Zeit, Brot, Gedan­ken, Hoff­nung. Ein Segens­wort erin­ner­te dar­an, dass Frie­den und Lie­be oft im Klei­nen begin­nen. Wald­füh­rer Richard Buch­ner erzähl­te anschlie­ßend über die Bedeu­tung des Was­sers im Natio­nal­park – Was­ser als Lebens­quel­le, als ver­bin­den­des Ele­ment zwi­schen Natur und Mensch.

Beim Lusen­schutz­haus schließ­lich ging es um den Moment des Erken­nens. Wie die Jün­ger, deren Her­zen brann­ten, erhiel­ten auch die Teil­neh­men­den eine klei­ne Ker­ze – Sym­bol für das inne­re Feu­er, das Mut macht, auf­zu­bre­chen und wei­ter­zu­ge­ben, was man erfah­ren hat. In einer gemein­sa­men Zusam­men­fas­sung wur­de deut­lich: Die Emma­us­ge­schich­te ist kei­ne fer­ne Erzäh­lung. Sie ist ein Spie­gel unse­res Lebens – mit Zwei­feln und Hoff­nun­gen, mit Zuhö­ren und Erken­nen, mit Gemein­schaft und Neu­be­ginn. Mit einem gemein­sa­men Segens­wort ende­te die spi­ri­tu­el­le Wan­de­rung: ​„Der Herr beglei­te dich auf allen Wegen. Er schen­ke dir Augen, um zu erken­nen, Ohren, um zu hören, Hän­de, um zu tei­len und ein Herz, das brennt vor Liebe.“

Zum Abschluss waren alle ins Gemein­de­haus nach St. Oswald ein­ge­la­den. Bei einem gemein­sa­men Früh­stück klang die Emma­us­wan­de­rung aus – erfüllt von Begeg­nun­gen, Gesprä­chen und dem Gefühl, dass an die­sem Mor­gen tat­säch­lich Him­mel und Erde ein­an­der berührt haben.

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